Mezzogiorno

Mixed Media Installation

(Fotos: Martin Kunze)

»Mezzogiorno«
Mixed Media Installation

Die Installation, die in ihrer ästhetischen Form an ein italienischen Kunstverein in Deutschland erinnert, verändert sich stetig. Seit 2014 fahre ich alle 2–3 Jahre in meine Heimat Mugnano del Cardinale und erweitere die Mixed Media Installation um weitere Aspekte. Auch die Arbeitsmigration meines Vaters nach Deutschland fließt in die Arbeit ein.
„Mezzogiorno“ setzt an einem Ort an, der im Zeitalter steter Urbanisierung und Beschleunigung zunächst als ein irdisches Arkadien anmutet. Nord-östlich von Neapel, in Mugnano del Cardinale, liegt der immergrüne Haselnusshain meiner Familie. Ein Stück Land, dessen eigentlicher Wert sich schwer bemessen lässt, die Einnahmen der Haselnussernte decken gerade die Erhaltungskosten des Areals. In der Nacht aber herrscht hier reger Verkehr. Anwohner beseitigen ihren Hausmüll entlang des Straßenrandes, Paare treffen sich im vermeintlichen Schutz ihrer Autos und entfliehen so dem strengen Katholizismus ihrer Elternhäuser. Es ist ein Ort am Ende der Welt – halb eingeholt von Transit und Globalisierung, stark verwurzelt in der Tradition von Kirche und Bauernarbeit. Die jährliche Prozession der Heiligen St. Filomena, die weltweit Besucher:innen anzieht, verwandelte sich über die Jahre immer mehr zu einem Spektakel. Mit der Installation, greife ich diesen Dreiklang aus süditalienischer Romantik, Fortschritt und Stillstand auf.